Wandern am Gardasee: Der Ponaleweg

Wandern am Gardasee: Der Ponaleweg

Viele bezeichnen ihn als schönsten Radweg der Welt: Der Ponaleweg am nördlichen Gardasee. Hineingehauen in den blanken Felsen der Steilküste bietet er auf der kompletten Strecke einen atemberaubenden Ausblick. Doch nicht nur Fahrradfahrer wissen das wundervolle Panorama zu schätzen. Auch Wanderer und Spaziergänger zieht es zu dieser besonderen Attraktion, was sie zum meist begangenen Wanderweg im Garda Trentino macht.

Ursprünglich war die "Strada del Ponale" die erste Straßenverbindung zwischen Riva del Garda und dem bis dahin sehr abgelegenen Ledrotal, was sie zu einer wichtigen Verkehrsader machte. In Auftrag gegeben wurde die Straße 1848 vom Kaufmann Giacomo Cis, die ersten Automobile fuhren 1891. Bei ihrer Entstehung galt sie als wahres Meisterwerk der Ingenieurskunst und wurde erst 1990 durch einen modernen Tunnel ersetzt. Im Jahr 2004 wurde sie dann zum reinen Rad- und Wanderweg umfunktioniert und für Autos gesperrt.

Der Ponaleweg trägt nicht umsonst den Titel "Panoramastraße". Schon von Weitem deutlich erkennbar, klammert er sich an den Felsen, führt immer wieder durch direkt in den Stein gegrabenen Tunnel und schenkt seinen Besuchern einen einzigartigen Ausblick auf den Monte Baldo und den Gardasee. Jedes Jahr locken die Schönheiten des Ponalewegs zwischen 300 und 350 Tausend Menschen aus aller Welt an. Die Serpentinenstraßen haben ihren ganz eigenen Charme. An vielen Stellen wurde der ehemalige Fahrbahnbelag entfernt und durch Sand ersetzt. Die Route weißt keine größeren Steigungen auf und ist auch für weniger geübte Wanderer gut begehbar. Unterwegs gibt es zahlreiche Möglichkeiten, bei Fotostops die überwältigende Atmosphäre einzufangen. Wer lieber in die Pedale treten möchte, als die Wanderschuhe zu schnüren, bekommt in Riva del Garda zahlreiche Möglichkeiten, sich ein passendes Fahrrad zu leihen.

Neben einer traumhaften Aussicht, bietet die Strecke auch einen Einblick in die reiche Vergangenheit der Gegend. Gleich am Anfang des Weges kann man die Ruine des ehemaligen Wasserkraftwerkes "Rovereto" bestaunen, die sich malerisch in die Umgebung einfügt. Die beeindruckenden Überreste der "Tagliata del Ponale", einer 1860 von den Österreichern errichteten Festungsanlage, findet man auf der Höhe des zweiten und dritten Tunnels und sind definitiv einen Blick wert. Leider hat man nur an wenigen Tagen im Jahr, die Möglichkeit für eine Besichtigung. Unterwegs gibt es dafür immer wieder kleine Höhlen und Kammern im Felsen - viele davon sind ebenfalls militärischen Ursprungs.

Das 1900 erbaute Ausflugslokal "Belvedere" wurde lange Zeit dem Verfall überlassen, bis es restauriert und 2014 dann wiedereröffnet wurde. Heute ist es ein beliebter Treffpunkt für die zahlreichen Wanderer und Mountainbiker, die unterwegs daran vorbei kommen. Das Lokal macht seinem Namen alle Ehre: von der Terrasse aus hat man einen grandiosen Blick auf die Ponale-Wasserfälle und den See. Von hier aus kann man sich dann entscheiden, ob man weiter zum Ledrosee oder in das kleine Örtchen Pregasina gehen möchte.

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